Dr. Lingenhöle

Orthomolekulare Medizin

Die orthomolekulare Medizin - ein Begriff der vom zweimaligen Nobelpreisträger Linus Pauling begründet wurde - beschäftigt sich mit dem Einsatz von Mikronährstoffen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit.
Die Mikronährstoffe umfassen im Wesentlichen:

  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • Aminosäuren
  • Fettsäuren
  • vitaminähnliche Substanzen.

Allesamt Stoffe die seit Jahrtausenden von Natur aus unabdingbar in unserem Organismus vorkommen und zur Erhaltung unserer Gesundheit wesentlich beitragen. Ein Fehlen auch nur einer einzelnen Substanz führt unweigerlich zu Erkrankungen.

Klassische Vitaminmangelerkrankungen wie Skorbut oder Beriberi kommen in unseren Breiten nicht mehr vor. Obgleich wir heutzutage über ein reichhaltiges Angebot von Nahrungsmitteln verfügen, zeigen Ernährungserhebungen wie die Nationale Verzehrs Studie II (2008) und die DONALD Studie immer wieder erhebliche Mängel an diversen Mikronährstoffen.

Die Ursachen für diese nicht optimale Versorgung mit Mikronährstoffen sind vielgestaltig: Zum einen enthalten die Nahrungsmittel zum Teil nicht mehr die Menge an Vitaminen und Mineralien wie dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Obst und Gemüse wird häufig geerntet wenn es noch nicht reif ist und anschließend durch verschiedene Möglichkeiten der Konservierung haltbar gemacht und längere Zeit gelagert. Der Mikronährstoffgehalt wird durch solche Methoden reduziert. Zum anderen trägt unser moderner Lebensstil - geprägt durch Beschleunigung, Hektik und Multitasking - zu einem höheren Verbrauch sowie zu einer geringeren Zufuhr von Vitalstoffen bei.

Vermutlich waren unsere urzeitlichen Vorfahren den Großteil des Tages mit der Suche nach Nahrung beschäftigt. Die Nahrung wurde frisch geerntet, die Suche nach geeigneten Nahrungsmitteln und die Jagd waren mit einer ständigen körperlichen Betätigung verbunden. Heute verbringen wir große Teile unseres Lebens in geschlossenen Räumen in sitzender Tätigkeit. Die Mahlzeiten sind häufig geprägt von Fastfood und Kantinenessen - Frische und Vollwertigkeit kommen neben der wichtigen sozialen Bedeutung des Essens zu kurz.

Ein anderer Grund für mögliche Defizite in der Mikronährstoffversorgung können chronische Erkrankungen und die längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente darstellen.

Orthomolekularmedizin und Schulmedizin - ein Widerspruch?

Obwohl die orthomolekulare Medizin zu den komplementärmedizinischen Behandlungsformen gezählt wird, sind die Unterschiede zur Schulmedizin wesentlich geringer als dies bei anderen alternativen Therapieformen (z.B. Homöopathie) der Fall ist.

Ebenso wie in der Schulmedizin beruht der Einsatz von Mikronährstoffen auf den Grundlagen der Evidenzbasierten Medizin (EBM). Das heißt, dass die eingesetzten Substanzen in klinischen Studien getestet werden, um deren Wirksamkeit bei bestimmten Erkrankungen zu erhärten oder zu widerlegen. Aufgrund dieser wissenschaftlichen Ergebnisse werden dann unter Berücksichtigung der individuellen Patientensituation und der Erfahrung des Arztes die entsprechenden Stoffe ausgewählt.

Bestimmte Vorgangsweisen haben sich in der Schulmedizin auch schon seit Jahren fest etabliert. So stellt z.B. niemand in Frage:

  • dass ein Eisenmangel mit Eisen ausgeglichen werden sollte,
  • dass bei Frauen mit Kinderwunsch Folsäure gegeben werden sollte.
  • die Bedeutung von Vitamin D für die Knochengesundheit,

Sind Mikronährstoffe gefahrlos anwendbar?

Die Orthomolekulare Medizin ist eine sichere Heilmethode, da unser Organismus mit den eingesetzten Substanzen gut vertraut ist.

Im Rahmen einer Blutanalyse werden Mikronährstoffdefizite aufgedeckt und entsprechend substituiert.
Einige Zeit später erfolgt dann erneut eine Kontrolle der Blutwerte um zum einen das Ansprechen bzw. die Aufnahme der Stoffe zu kontrollieren, zum anderen würden Überdosierungen dadurch erkannt werden.
Die zu gebenden Substanzen werden also individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt.
Problematisch ist eine unkritische Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln nach dem Gießkannenprinzip über längere Zeit. Eine solche Vorgangsweise kann - wie große Studien immer wieder feststellen - für die Gesundheit auch schädlich sein.

Die Probleme die unser modernes Leben mit sich bringt kann die orthomolekulare Medizin nicht lösen. Ein gesunder Lebensstil kann durch die Einnahme bestimmter Substanzen nicht ersetzt werden. Mikronährstoffe bieten aber eine gute Möglichkeit hinsichtlich der Prävention von Erkrankungen und in höheren, pharmakologischen Dosierungen in der Therapie von bestehenden Krankheiten.

Der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln ist schier unüberschaubar - die Spreu vom Weizen zu trennen fällt oft nicht leicht. Die richtige Dosierung, das Verhältnis einzelner Substanzen zueinander und die Form in der die Mikronährstoffe verabreicht werden, ist von entscheidender Bedeutung.

Sollten Sie sich für eine orthomolekulare Behandlung interessieren oder Fragen zu diesem Thema haben, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an.

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